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Montag, 7. Juni 2010
Eine einzigartige Landschaft kennenlernen
Schöllenen Abschnitt via Gottardo eröffnet
Quelle Urnerwochenblatt: Robert Kuster
Die Schweiz erlebt einen eigentlichen Wanderboom. Im Sog dieses Trends steht auch die nationale Wanderroute via Gottardo über den berühmten Pass.
Ende Mai fand beim Steindlicher in der Schöllenen die Eröffnung eines Teilstücks des neuen Wanderweges via Gottardo statt. Es ist längst nicht nur der Kanton Uri, in welchem das Wandern neu entdeckt wird. Die Schweiz erlebt insgesamt einen eigentlichen Wanderboom. Im Sog dieses Trends steht auch die nationale Wanderroute via Gottardo über den berühmten Pass. Zwar konnte man ihn schon wandernd überqueren, aber oft mussten die Wanderer oder Biker auf die verkehrsreiche Strasse ausweichen oder gefährliche Umwege in Kauf nehmen. Wer würde als Wanderer und Velofahrer schon gerne die Abgase der Autos einatmen, wenn er für die Gesundheit etwas tun möchte. Genau dies war der Anlass, in der Schöllenen ein Stück des Wanderweges völlig neu zu gestalten und zu sichern. Ein zweiter Grund habe auch darin gelegen, den Wanderweg mit vorgezogenen Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrslage in der Schöllenen von der Strasse wegzunehmen, meinte Adi Arnold, Leiter der kantonalen Wanderweg- und Bikefachstelle. Der Neubau drängte sich auch auf, nachdem im Jahre 2006 herunterfallende Steine den früheren Wanderweg unsicher machten und man deshalb auf die Strasse ausweichen musste. Die Sanierung der gewaltigen Mauer beim Steindlicher machte es nun möglich, den Wanderweg oberhalb der Schöllenenstrasse zu verlegen. Abklärungen ergaben, dass keine besonderen Gefahren mehr für die Wanderer auftreten sollten.
1 Kilometer neuer via Gottardo
Im Beisein von Presse, Adi Arnold, Bauunternehmer und technischem Leiter Beat Zgraggen durchschnitt Regierungsrätin Heidi Z'graggen das symbolische Band des rund 1 Kilometer langen neuen Wanderweges. Er führt durch eine faszierende Gegend, die Heinrich Danioth mit Recht Prunktkammer Gottes und Irrgarten des Teufels genannt hatte. Doch der Bau hatte auch seine Tücken: nämlich der Schutzdamm und die Arbeit über der Galerie der Matterhorn-Gotthardbahn. Man betonte aber die gute Zusammenarbeit mit dem Kanton. Das Teilstück kostete rund 240'000 Franken und wurde vom Kanton ohne zusätzliche Sponsorbeiträge finanziert, da der ganze Wanderweg über den Gotthard dereinst als Nationaler Wanderweg Nummer 7 in die Wanderkarten aufgenommen werden soll. Die Tiefbauarbeiten dauerten von September bis November 2009. Im April und Mai 2010 erfolgten die Stahlbauarbeiten für die Übergänge. Rund 450 Meter des Wanderweges mussten völlig neu hergestellt werden. Gemäss Adi Arnold gab es keinerlei Probleme mit den Grundeigentümern der Matterhorn-Gotthardbahn. Für den Unterhalt des Weges ist der Kanton zuständig, der seinerseits den Wanderwegverein dafür beauftragen kann. Heidi Z'graggen war des Lobes voll für den neuen Weg und lud alle ein, die einzigartige Landschaft kennenzulernen und zu geniessen. Sie dankte den Erbauern für das gelungene Werk. Gemeinsam nahmen die Anwesenden ein Stück des Weges unter die Wanderfüsse.
